Q-One-Technologies-Blog-Junge-Gruender-mythos-Studie-Startup

Studie widerlegt Mythos vom jungen Gründer

Der klassische Gründer im Silicon Valley ist Anfang 20, trägt Sneakers und fährt Skateboard. Falsch. Eine Studie des National Bureau of Economic Research widerlegt den Mythos vom jungen erfolgreichen Gründer. Und sie beweist sogar das Gegenteil: Ältere Gründer sind deutlich erfolgreicher.

„Es gibt diese Idee, dass junge Menschen einfach mehr wertvolle Ideen haben“, sagt Benjamin Jones, Professor an der Graduiertenschule für Management an der Nothwestern University in Evanston, Illinois. Gemeinsam mit seinen Kollegen Pierre Azoulay, J. Daniel Kim und Javier Miranda hat er die Studie zu Alter und Erfolg von Gründern in den USA durchgeführt. Basis der Recherche waren offizielle Daten des U.S. Census Bureau, welches in den USA die Bevölkerungsstatistiken führt.

Ältere Gründer: Erfolg durch Erfahrung

Laut der Studie „Age and High-Growth Entrepreneurship“ sind Gründer aus dem Technologie-Sektor im Schnitt 45 Jahre alt. Dieses Ergebnis überraschte selbst die Forscher. Vor allem in der IT-Branche liegt es nahe zu glauben, dass jüngere Gründer zumindest in diesem Bereich erfolgreicher sind als ihre älteren Startup-Mitbewerber. Immerhin sind die jungen Gründer digital Natives, neuen Technologien gegenüber offen und werden seltener durch Familie und Kinder von ihren professionellen Zielen „abgelenkt“.

Doch auch diese Annahme kann die Studie widerlegen. Denn bei den 1 % erfolgreichsten Neugründungen liegt der Altersdurchschnitt bei 43,7 Jahren. „Erfahrung kann zu fundierten Erkenntnissen über spezifische Märkte und spezifische Technologien führen, zusätzlich zu der Fähigkeiten, ein Unternehmen zu führen“, argumentiert Professor Jones in dem Blogbeitrag der Graduiertenschule. Welche Erfolgsfaktoren erfahrene Gründer und Unternehmen mitbringen hat unser Co-Founder, Carsten Puschmann, in seinem Blogbeitrag „Startup 2.0 – Die Startups der Zukunft sind erfahrene IT-Unternehmen“ zusammengetragen.

Wie alt sind die deutschen Gründer?

Der Deutsche Startup Monitor 2017 (DSM) bestätigt die amerikanischen Zahlen nicht. Die Teilnehmer des DSM 2017 sind im Durchschnitt 35,3 Jahre alt und somit sogar ein Jahr jünger als im Vorjahr (36,3 Jahre). Die Verjüngung ist auf einen Zuwachs in der Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen zurückzuführen. Der Unterschied zu den amerikanischen Ergebnissen könnte an der Datenbasis liegen. Denn der Startup Monitor ruft jedes Jahr Gründerinnen dazu auf, sich an der Befragung zu beteiligen. 1.837 deutsche Startups sind 2017 diesem Aufruf gefolgt.

Durch die Kombination von Steuerdaten, US-Volkszählungsinformationen und anderen Bundesdaten konnten die Forscher in den USA dagegen eine Liste von 2,7 Millionen Unternehmensgründern erstellen. Frühere Studien zum Thema Entrepreneurship mussten sich auf relativ kleine Stichproben von Gründern stützen. „Aber das Schöne an Verwaltungsdaten ist, dass es sich nicht um eine Stichprobe handelt“, sagt Professor Benjamin Jones dazu.

Ähnliche Artikel: Handelsblatt: Carsten Puschmann zum Standort NRW | Studie widerlegt Mythos vom jungen Gründer | Handelsblatt: Millionen-Finanzierung für E-Commerce Cloud-Technologie von Q.One


Katrin Staudinger
Katrin Staudinger
Head of Communication

Share on

Zurück