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„Was Scrum nicht kann!“

In unserer dreiteiligen Blogserie „Was Scrum nicht kann“ berichtet unsere Lead Product Managerin Steffi Budzyn über ihre Erfahrungen mit der agilen Arbeitsmethode „Scrum“. Wer glaubt, dass eine agile Methode reicht, um Projekte zu retten, liegt leider falsch. Denn eins können diese Arbeitsmethoden nicht: Wunder bewirken. 😊 Mit Humor und Erfahrung erklärt euch Steffi, warum sie ohnehin lieber von „Agilität“ als dem Buzzword „Scrum“ spricht. Lesenswert!

Teil 1: Scrum allein programmiert keine gute Software

Steffi, was ist Scrum?

Scrum ist eine agile Softwareentwicklungsmethodik. Ich präzisiere: Nicht nur für die Softwareentwicklung. Einsetzbar ist sie auch über die IT-Grenzen hinweg. Diese gibt eine Reihe von strikten Regeln und vorgegebenen Rollen vor und definiert damit Leitplanken zur Bewältigung von Aufgaben, Problemen und Herausforderungen. Ziel des Ganzen ist es, effizient und kreativ Produkte mit dem für den Kunden höchstmöglichen Wert zu entwickeln und das in kurzen Intervallen, um regelmäßig Feedback vom Kunden zu erhalten.
Ausgangsbasis ist, dass Projekte bzw. Produkte aufgrund ihrer Komplexität gar nicht im Detail erfasst und geplant werden können. Daher geht Scrum hin und zerlegt das Produkt in wesentliche Funktionen. Die mit dem höchsten Wert werden nach und nach entwickelt und zwar immer mit Beteiligung des Kunden, denn nur der kann sagen, was ihm am Wichtigsten ist. Eins ist gewiss: Im Laufe der Entwicklung kommen eine ganze Menge weiterer Funktionen hinzu, aber genauso fallen einige Sachen komplett raus, da der Kunde feststellt, dass sie gar nicht mehr relevant für ihn sind.

Seit wann arbeitest du persönlich mit agilen Entwicklungsmethoden?

Im Jahr 2011 bin ich das erste Mal mit Scrum und Kanban in Berührung gekommen. Bei meinem damaligen Arbeitgeber wurde ein internes Projekt ins Leben gerufen, um diese Entwicklungsmethodik im Unternehmen einzuführen. Begonnen hatten wir in einer Abteilung mit insgesamt 4 Teams, eines das nach Kanban arbeitete und drei die nach Scrum vorgingen. Quasi als Pilotteams. Die gesammelten Erfahrungen wurden anschließend für die ganzheitliche Einführung in der Softwareentwicklungsabteilung verwendet. Wir „Versuchskaninchen“ dienten in dieser letzten Phase als Multiplikatoren, sowohl fachlich als auch menschlich. Das war damals schon eine große Umstellung. Nicht nur für die Teams in ihrer Arbeitsweise und Organisation, sondern vor allem auch bei denjenigen, die „Macht“ verloren. Hier musste man Ängste abbauen und für Verständnis sorgen. Alte Routinen wurden durchbrochen und waren überflüssig. Dennoch blieb genug „neue Arbeit“ übrig, so dass sich keiner Sorgen machen musste.

Was benötige ich, um Scrum anzuwenden?

Meiner Meinung nach braucht man drei Dinge:

– Geduld
– den Mut und den Willen sich persönlich weiterzuentwickeln und
– die Bereitschaft den Kunden zufrieden und in den Mittelpunkt zu stellen.

Geht gute Softwareentwicklung nur mit Scrum?

Nein. Denn Scrum allein programmiert keine gute Software.

Was kann Scrum deiner Meinung nach?

Agilität hilft sich zu fokussieren, d.h. man baut für den Kunden nur das, was er auch wirklich benutzt. Der Kunde und die Entwicklung einer wertvollen Software stehen im Mittelpunkt. Es geht nicht um die tollste und komplexeste Architektur, sondern um die Funktionen, die es wirklich benötigt, damit der Kunde zufrieden ist. Das hilft bei der Priorisierung und das Produkt und seine Entwicklungsprozesse stetig zu bewerten und Schritt für Schritt weiter zu entwickeln. So spart man Zeit und Geld.

Was kann Scrum/Agilität nicht?

Wunder bewirken! 😉

Wäre die Welt ein besserer Ort, wenn Scrum/Agilität auch in anderen Lebensbereichen angewendet werden würde? (Wenn wir mal an den Flughafen Berlin, die Elbphilharmonie, die Organisation von Kindergartenplätzen, Lehrermangel, Bau des eigenen Hauses, usw. denken?)

Puh, eine schwierige Frage. Kernelemente von Scrum sind Transparenz, Überprüfung und Anpassung. Vermutlich wäre durch die ersten beiden Dinge vieles früher ans Licht gekommen, auf das man dann schneller hätte reagieren können. Trotzdem hätte ein anderes Vorgehen meiner Meinung nach nicht die Welt gerettet.

Wir sind Menschen und machen Fehler. Wichtig ist, was wir aus unseren Fehlern lernen und wie wir damit umgehen. Dies ist für mich der Schlüssel zum Erfolg. Nicht die Methode wie man etwas macht, sondern wie man persönlich damit umgeht.

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Steffi Budzyn
Steffi Budzyn
Footballfan, Teamplayerin und Lead Product Managerin

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