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„Was Scrum nicht kann!“

Im letzten Teil unserer dreiteiligen Blogserie „Was Scrum nicht kann“ ermutigt euch unsere Lead Product Managerin Steffi Budzyn nicht blind auf Regeln und Methoden zu vertrauen. Alles, was ihr für die Organisation eines Projekts benötigt, steckt bereits in euch. Denn letztendlich kann keine Methode der Welt logisches Denken und eine gute Kinderstube ersetzen. Das Regelwerk gibt eurer Arbeit nur den letzten Schliff und ihr entscheidet, welche Methode euch zu diesem individuellen Zeitpunkt hilft und welche euch doch nur aufhält.

Teil 3 – Höre nicht auf, selbst zu denken! Agilität braucht Mut und Geduld!

Was kann Scrum/Agilität nicht ersetzen?

Logisches Denken und Handeln, Führung und eine gute Kinderstube!

Denken erlaubt

Man darf auf gar keinen Fall sein logisches Denken abschalten. Ein Regelbuch bedeutet nicht gleich „Vergiss alle Erfahrungen, die du jemals gemacht hast“. Die kann niemand ersetzen. Wenn die Situation es erfordert, ist es vollkommen in Ordnung, abseits der Regeln zu entscheiden und anders zu handeln, als es das Regelbuch vorgibt.

Führung nicht vergessen

Selbstorganisation ist kein Freifahrtsschein für „Jeder kann machen, was er will“. Ein Team benötigt weiterhin Führung. Anders zwar als bei klassischen Verfahren, aber sie ist notwendig.
Irgendjemand muss die Richtung vorgeben, in die alle laufen sollen. Für das Unternehmen ist dies die Unternehmensvision und für das Team ist es die Produktvision, verkörpert durch den Product Owner. Zusätzlich muss jedes einzelne Teammitglied Selbstführung und Selbstdisziplin entwickeln. Zum einen um sich auf das Sprintziel zu fokussieren und zum anderen, um selbst Entscheidungen treffen zu können. So kann jeder überprüfen, ob sein Handeln mit dem Sprintziel und der Produktvision übereinander passen. Darüber hinaus braucht man das passende Umfeld bzw. die passende Kultur für agiles Arbeiten im Unternehmen. Sprich, es ist erlaubt und erwünscht „eigene Visionen zu spinnen“, Prototypen zu bauen und wieder wegzuschmeißen, Fehler dürfen gemacht werden ohne „Bestrafung“ befürchten zu müssen. Diese Rahmenbedingungen müssen geschaffen werden und irgendjemand muss dafür sorgen, dass sie eingehalten und beachtet werden.

Benimm dich 😊

Offene, ehrliche Kommunikation, Respekt und Vertrauen sind immer noch die Anker einer erfolgreichen Zusammenarbeit. Und das bitte ohne Ausnahme, durchweg durch das gesamte Unternehmen. Vom Entwickler zum Produktmanagement, weiter zu Marketing und Vertrieb bis hin zur Geschäftsführung.

Was sollte ich beachten, wenn ich Scrum/Agilität im Projektmanagement einsetze?

Nicht immer ist agiles Arbeiten die richtige Wahl. Es muss zum Vorhaben passen. Wenn beispielsweise ein Projekt schnell, mit festgelegtem Umfang und mit bekannten Prozessen/Technologien abzuschließen ist, dann ist das so. Dann bietet Agilität keinen Mehrwert! Aber es heißt ja nicht, dass das dann schlecht ist.

Wenn man sich für agiles Arbeiten entschieden hat, sollte man die Sache mit viel Geduld und Mut angehen. Das ganze Vorgehen muss zum Projekt und vor allem zu den Mitarbeitern passen. Für einen Product Owner bzw. Productmanager sollten zwei Wörter immer oben auf dem Zettel stehen: NEIN und WARUM! Der Kunde ist zwar König, aber man muss ihm nicht hinterlaufen.
Zu oft wird viel zu viel versprochen und „ja, ja“ gesagt, auch wenn es teilweise gar nicht zusammen passt. Man sollte immer hinterfragen, warum eine Funktion umgesetzt werden soll, welchen Mehrwert diese mit sich bringt und die Arbeit, die man erledigt, muss immer noch zur Unternehmensvision passen.

Seid mutig!

Mut benötigt man vor allem, um einfach mal loszulegen. Vieles kann man in zig Meetings endlos diskutieren und dann kommen alle nicht einen Meter voran. Es wird immer etwas geben, auf das man keine Antwort hat bzw. man nicht auf seine Erfahrung zurückgreifen kann. Da hilft nur: Eine Entscheidung treffen und loslegen. Wenn es sich als Fehler herausstellt, lernt man daraus für das nächste Mal und korrigiert sich. Das ist nicht schlimm und kostet meistens weniger Zeit, als die ganzen Meetings zuvor. 😉

Du hast den ersten Teil noch gar nicht gelesen? Dort hat Lead Product Managerin Steffi erzählt, dass Scrum allein keine gute Software programmiert. Im zweiten Teil hat euch Steffi erklärt, wie wir agile Arbeitsmethoden bei der Q.One eingeführt haben.  Danke, liebe Steffi!

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Steffi Budzyn
Steffi Budzyn
Footballfan, Teamplayerin und Lead Product Managerin

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